Was machen die auf dem Naturhof eigentlich den ganzen Tag?

Wer sich mit Tieren und Pflanzen umgibt, entscheidet sich damit auch  für ein Leben im Rhythmus der Jahreszeiten, das heißt, die Arbeiten wechseln so, wie es die Natur vorgibt, kaum ein Tag ist wie der andere. Diese Art zu leben bedeutet den Abschied von festen Arbeitszeiten, einem freien Wochenende und  einer sicheren Urlaubsplanung. Im Gegenzug bekommt man jeden Tag die spannende Frage gestellt, was der Tag wohl bringt, denn im Zusammenleben mit der Natur ist nicht alles planbar. Auf der Habenseite steht außerdem ein sinnerfülltes Leben, Freude an dem, was man tut und die feste Überzeugung die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

 

 

Kleine Erntebilanz

Es ist Herbst. Ein feucht-warmer Sommer hat sich mit den letzten heißen Tagen im August verabschiedet. Die Erntebilanz fällt bei den Direktvermarktern auf dem Naturhof durchwachsen aus: wenig Obst, dafür viel Gemüse in guter Qualität. Der letzte Freilandsalat des Jahres steht zum Verkauf bereit. Tomaten haben trotz Feuchtigkeit allen Angriffen der gefürchteten Krautfäule tapfer widerstanden. Etwas mehr Sonne würde den Früchten beim Reifen gut tun. Die Freiland-Gurken-Saison ist beendet. Dafür stehen die Herbstkulturen in den Startlöchern. Mizuna gibt es wieder, das Kohlsortiment wächst der Wintersaison entgegen. Zuckermais in guter Qualität können wir ernten, was für unsere Region eher ungewöhnlich ist. Die Herbsthimbeeren  widerstehen tapfer dem stürmischen Herbstwetter. Ihr großer Vorteil: Sie sind völlig frei von Maden. Leider sind viele Obstbäume dieses Jahr leer geblieben: Nur die Conference-Birne trägt reichlich große, schöne Früchte. Die Kürbisernte hat ebenfalls begonnen. Die Hokkaidos eröffnen als erste den Reigen. Andere Sorten, wie der in Frankreich beliebte, weil superschmackhafte "Muscat de Provence" brauchen noch ein paar Sonnentage zum Ausreifen.

Der Tisch ist gedeckt: Mangold, Kräuter, Kulturlöwenzahn und Salate gibt es bis zum ersten Frost. Foto: Silvia Kölbel

Die Beerenzeit ist vorbei. Dafür können wir uns jetzt über eine wachsende Anzahl an Apfel- udn Birnensorten freuen und Pflaumen warten darauf zu Kompott, Kuchen oder anderen Leckereien verabeitet zu werden. Roh schmecken sie natürlich auch gut. Foto: Silvia Kölbel

Der Gurkensommer steckt jetzt im Glas: Ob Senfgurken, Kräutergurken oder Knoblauchgurken, jede Sorte wartet darauf, probiert zu werden. Das Beste daran: alles grantiert regional, garantiert aus eigenen Anbau und nur bei uns im Hofladen. Foto: Silvia Kölbel

Zuckermais ist bei weitem kein typisches regionales Gemüse und nicht jedes Jahr klappt es mit der Ernte. Doch das feucht-warme Sommerwetter 2017 gefiel dem Zuckermais recht gut und so gibt es auf dem Naturhof dieses Jahr wieder einmal leckere, zuckersüße Kolben zu ernten. Wegen der nur kurzen Haltbarkeit nach der Ernte, bitten wir um Vorbestellung, denn nur frisch geerntete Kolben schmecken auch wirklich gut. Foto: Silvia Kölbel

Der September gehört zu den Monaten mit dem größten Angebot an heimischem Obst und Gemüse. Die Ernte des Sommergemüses ist noch nicht beendet und die Herbsternte hat schon begonnen. Im Naturhof-Laden ist die Auswahl an regionalem Obst und Gemüse jetzt besonders groß. Foto: Silvia Kölbel

Nach und nach werden jetzt alle Beeren reif, neben den Himbeeren auch die roten und schwarzen Johannisbeeren und die Jostabeeren, eine wohlschmeckende Kreuzung aus Schwarzen Johannisbeeren und Stachelbeeren. Foto: Silvia Kölbel

Die Himbeerernte hat begonnen. Neben den klassischen roten Sorten wachsen bei uns auch gelbe und schwarze Himbeeren. Gelbe Himbeeren haben ein besonders feines, liebliches Aroma. Die schwarzen dagegen schmecken kräftig aromatisch, fast etwas herb. Foto: Silvia Kölbel

Die Erdbeerernte hat uns in den letzten Tagen stark beschäftigt. Durch die hohen Temperaturen reiften die Früchte in rasantem Tempo. Die Ernte-Spitze ist bereits überschritten. Trotzdem wird noch jeden Tag gepflückt. Auch die früh reifenden Kamtschatkablaubeeren sind bereits geerntet. Himbeeren und Süßkirschen stehen in den Startlöchern. Beim Kernobst haben wir die Erwartungen schon vor Wochen weit nach unten schrauben müssen. Nur wenig Obst hängt an den Bäumen. Während der Obstblüte war es so kalt, dass nur wenige Insekten zur Bestäubung der Blüten unterwegs waren.

Im Juni darf auch die Pflege der anderen Pflanzen nicht vernachlässigt werden. Bei Temperaturen über 30°C ist zweimaliges tägliches Gießen der Tomaten- und Paprikapflanzen im Foliezelt überlebenswichtig. Auch bei Trockenheit wachsen die Wildkräuter zwischen den Kulturpflanzen ungeniert weiter, also müssen wir uns auch um das Hacken und Entfernen der nicht erwünschten Pflanzen kümmern.

Bei schönstem Spätfrühlingswetter machte sich am Samstagmorgen eine kleine Gruppe Frühaufsteher auf den Weg, um bei einer Vogelstimmenwanderung, geführt von dem Theumaer Ornithologen Karl Heinz Meyer zu hören, welche Vögel zwischen Wolfspfütz und Perlas singen. Treffpunkt war der Naturhof an der Weststraße. Dort konnten die Besucher gleich die ersten Beobachtungen machen: Schon ausgeflogene Bachstelzen, die im Hühnerstall gebrütet hatten, ließen sich von ihren Eltern füttern. In einem alten Birnbaum hatte der Buntspecht seine Wohnung bezogen und war schon fleißig mit der Aufzucht der ständig nach Futter schreienden Jungvögel beschäftigt. Weit über 20 verschiedene Vogelarten hörten oder sahen die Beobachter, darunter Wiesenpieper, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Tannehäher und Rotkehlchen. Text und Foto: Silvia Kölbel

Unsere Pferdedamen haben männliche Gesellschaft bekommen. Echo von Dönitz (re), ein ehemaliger Deckhengst grast mit Livette (vorn) und Raja. Foto: Silvia Kölbel

Echo soll uns bei der Feldarbeit unterstützen. Dafür ist aber noch einiges an Übung nötig. Foto: Silvia Kölbel

28 Tage saß die Fränkische Landgans auf ihren Eiern. Jetzt sind neun Gössel geschlüpft. Kaum einen Tag alt unternehmen die Kleinen mit ihren Eltern schon erste Ausflüge ins Freie. Beide Elterntiere lassen ihren Nachwuchs keine Sekunde aus den Augen. Störenfriede werden gnadenlos ins Bein gezwickt. Foto: Theresa Kölbel

 

Nach der Wiesenpflege geht es auf dem Acker weiter: Raja (li) und Livette, geführt von Dieter Friedrich, lockern mit dem Kultivator, auch Grubber genannt, den Boden. Foto: Theresa Kölbel

Der Schnitt der Obstbäume gehört zu den Arbeiten, die gleich nach Ende des Winters in Angriff genommen werden. Foto: Silvia Kölbel

Im Folienzelt hat sich der Salat gut entwickelt. Noch im März kann mit der Ernte begonnen werden. Foto: Silvia Kölbel

Zu den ersten Arbeiten im Frühjahr gehört das Abschleppen der Wiesen. Gemeint ist damit das Überfahren der Flächen mit einer Wiesenegge. Sie verteilt die Pferdeäpfel gleichmäßig, die dann als Dung dienen. Auch andere Unebenheiten werden beseitigt und die Wiesennarbe zudem belüftet. Im Einsatz sind hier die Stuten Raja (li) und Livette, gelenkt von Dieter Friedrich. Foto: Silvia Kölbel

Steckzwiebeln 2017.docx
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Kartoffelangebot 2017.docx
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Der Schnee ist weg und die ersten Frühlingsboten sind da.

Auf dem Naturhof konnten wir diese Woche mit dem Schneiden der Obstbäume beginnen. Auf unserer Streuobstwiese stehen vor allem junge Obstbäume, die wir erst vor wenigen Jahrn gepflanzt haben. Wir haben alten Sorten den Vorzug gegeben, die an das rauhe Klima im Vogtland angepasst sind: Safranapfel, Albrechtsapfel, Apfel Jacob Fischer, Große Schwarze Knorpelkirsche, große Grüne Reneklode...

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